Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

im Rahmen des stationären Aufenthaltes kann eine Therapie mit einer harntreibenden Substanz aus der Gruppe der
 

Diuretika

begonnen werden. Zu dieser Arzneimittelgruppe gehören Schleifendiuretika mit Wirkstoffen wie z.B. Furosemid, Torasemid, Piretanid bzw. Medikamente mit dem Namen Lasix®, Furorese®, Torem®, Unat®, Arelix® etc. als auch Thiazid-Diuretika mit Wirkstoffen wie z.B. Hydrochlorothiazid, Bendroflumethiazid, Xipamid, Indapamid bzw. Medikamente mit dem Namen Esidrix®, HCT®, Tensoflux®, Aquaphor® etc.

Diese Medikamente fördern die Wasser- und Salzausscheidung aus dem Körper und finden in der Therapie bei Herzmuskelschwäche, Bluthochdruck und Nierenfunktionsstörungen Verwendung. Insbesondere helfen diese Medikamente übermäßige Wassereinlagerungen zu verhindern und die Risiken bei hohem Blutdruck zu senken.

Durch Beachten der Gegenanzeigen und frühzeitiges Erkennen möglicher Nebenwirkungen können arzneimittelinduzierte Komplikationen verhindert werden.

In Ergänzung zum Beipackzettel des jeweiligen Präparates möchten wir Sie daher auf folgende mögliche Nebenwirkungen aufmerksam machen: Durch die wasser- und salzausscheidungsfördernde Wirkung dieser Präparate kann es sowohl zu Störungen des Wasserhaushalt (z.B. Austrocknung [Exsikkose] mit Blutdruckabfall, Nierenschwäche [Nierenfunktionsstörungen durch vermindertes Blutvolumen] als auch des Salzhaushaltes (Kalium-, Natrium-, Magnesium-, Calcium-Verlust mit der Folge von allgemeiner Schwäche und Herzrhythmusstörungen) kommen.

Diesbezüglich sollten mit Rücksprache des behandelnden Hausarztes gegebenenfalls regelmäßige Blutuntersuchungen zur Kontrolle der Nierenfunktion erfolgen. Selten werden Störungen der Blutbildung beobachtet. Allergische (Haut) Reaktionen sind beobachtet worden.

Thiaziddiuretika können eine Gichterkrankung sowie bei Diabetikern die blutzuckersenkende Therapie ungünstig beeinflussen. Zur Vermeidung nächtlichen Harndrangs wird empfohlen, diese Präparate in der ersten Tageshälfte einzunehmen.

Folgende Gegenanzeigen sind zu beachten: Schwangerschaft, Stillzeit, schwere Nierenerkrankungen, schwere Blutsalzstörungen, bekannte Arzneimittelallergie

Bei einer Abwägung der Vor- und Nachteile der Medikamente ergibt sich jedoch für Sie  ein erheblicher Nutzen, so dass  die Fachgesellschaften in Ihrer Situation dringend die Einnahme dieser Medikamente empfehlen. Wir hoffen mit dieser Information zu einer verbesserten Sicherheit Ihrer Behandlung einen Beitrag geleistet zu haben.