Schwerpunkte und Ziele

Kardiologie

Wiedereröffnung der Koronararterien bei akutem Infarkt
Das zentrale Interesse der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen liegt in der Behandlung akuter ischämischer Syndrome, speziell des akuten Herzinfarktes und seines Vorstadiums, der instabilen Angina pectoris. Ziel ist, den Blutfluss im hochgradig eingeengten bzw. verschlossenen Herzkranzgefäß so rasch wie möglich wieder zu normalisieren. Die besten Akut- und Langzeitergebnisse werden erreicht, wenn das betroffene Gefäß ohne Zeitverlust mechanisch aufgedehnt wird. In unserer Klinik beträgt die Zeitspanne zwischen Ankunft eines Infarktpatienten in der Klinik bis zur Wiedereröffnung des Infarktgefäßes im Mittel weniger als 70 Minuten. In den meisten Fällen wird gleichzeitig eine Gefäßstütze, ein so genannter Stent, implantiert. Die erforderlichen Methoden der Herzkatheterdiagnostik und -therapie stehen rund um die Uhr zur Verfügung.

Behandlung von Herzrhythmusstörungen / Elektrophysiologie 
Einen Schwerpunkt der Kardiologie im Deutschen Herzzentrum stellt die Behandlung von Herzrhythmusstörungen dar. Jährlich werden über 700 Schrittmacher und Defibrillatoren implantiert. Einen großen Stellenwert nimmt in unserer Klinik die Behandlung von Herzrhythmusstörungen mittels Verödung („Ablation) mit Hochfrequenzstrom oder auch mit Kälte (sog.“Cryo-Ablation“) ein. Mit solchen Ablationen können Herzrhythmusstörungen aus dem Vorhof des Herzens – mit Ausnahme des Vorhofflimmerns - in über 90 % der Fälle geheilt werden. Vorhofflimmern, die häufigste Rhythmusstörung des Menschen, können wir mit einer solchen Ablation - je nach Vorhofflimmertyp - bei ca. 65-85% der Patienten beseitigen. Auch bei potentiell lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen aus der Hauptkammer des Herzens („ventrikuläre Tachykardien“) ist mittlerweile – je nach Ursache der Rhythmusstörung - eine Erfolgsaussicht von ca. 60-80% gegeben. Die Zahl dieser Katheterablationen ist in den letzten Jahren auf über 900 pro Jahr angestiegen. 
Auf der Seite Schwerpunkt Rhythmusstörungen haben wir Ihnen nähere Informationen zur Verfügung gestellt.

Prophylaktische Implantation von Defibrillatoren bei Risikopatienten

Vor der Entlassung jedes Herzinfarktpatienten wird das Risiko eines plötzlichen Herztodes aufgrund bösartiger Herzrhythmusstörungen analysiert. Im Rahmen dieser Untersuchungen werden die Pumpfunktion der linken Herzkammer, der Funktionszustand der Steuerung des Herzens durch das autonome (unbewusste) Nervensystem und die elektrische Stabilität des Herzmuskels untersucht. Gefährdeten Patienten wird ein Defibrillator implantiert, der eventuell auftretende bösartige Herzrhythmusstörungen behebt. Ergänzt wird dieses Vorgehen durch eine zeitgemäße medikamentöse Therapie. Auf diese Weise konnten Kurz- und Langzeitprognose von Herzinfarktpatienten signifikant verbessert werden: Die Rate der Todesfälle innerhalb der ersten zwei Jahre nach überstandenem Infarkt ist auf weniger als 4 % gesunken und liegt damit nur unwesentlich über der Rate gleichaltriger Gesunder.

Angiologie
Im Bereich Angiologie hat die inzwischen erfolgte Gründung des interdisziplinären Gefäßzentrums zu einer wesentlichen Verbesserung der Patientenversorgung und der Arbeitsbedingungen geführt. Teilnehmer sind neben dem Bereich Angiologie der 1. Medizinischen Klinik die Abteilung für Gefäßchirurgie, die Abteilung für Interventionelle Radiologie, die Neurologische Klinik und das Institut für Röntgendiagnostik.

Pneumologie
Es werden sämtliche diagnostischen und therapeutischen Methoden des Fachgebietes angeboten. Schwerpunkt ist die interventionelle Bronchologie. Dabei werden mit Hilfe eines Bronchoskops Einengungen oder Verlegungen der Atemwege, wie sie beispielsweise durch Tumore oder auch durch Narbenbildungen hervorgerufen werden, mit unterschiedlichen Verfahren (Laser, Argon-Beamer, Kryosonde, Photodynamik, Stent) behandelt. Mittels Autofluoreszenzdiagnostik kann bei entsprechendem Risikoprofil (Raucher) eine effektive Früherkennung des Bronchialkarzinoms erfolgen. Wir haben in unserer Klinik die Möglichkeit, alle Lungenerkrankungen umfassend zu behandeln. Dies trifft insbesondere auf Patienten mit Bronchialkarzinom zu, die in Kooperation mit der Thoraxchirurgischen Abteilung, der 3. Medizinischen Klinik (Onkologie) und der Klinik für Strahlentherapie des Klinikums rechts der Isar multimodal betreut werden können.