Minimal invasive endoskopische Herzklappenoperationen

In der operativen Therapie der Mitralklappe spielen minimal invasive Operationsverfahren eine herausragende Rolle.

Der Fokus in der operativen Versorgung liegt heute eindeutig bei der Rekonstruktion von Mitral- und Trikuspidalklappen, unter Anwendung zahlreicher individueller Techniken, einschließlich der Verwendung von künstlichen Sehnenfäden. Mehr als 85 Prozent aller Mitralklappenpathologien können bei uns repariert werden, für die Mitralklappeninsuffizienz liegt der Anteil an Reparaturen bei nahezu 100 Prozent. Mehr als 65 Prozent aller Mitralklappenoperationen werden heute bei uns mit einem minimal invasiven Zugang durchgeführt. In allen Fällen hilft uns die zwei- und dreidimensionale transösophageale und epikardiale Echokardiographie, insbesondere zur intraoperativen Erfolgskontrolle. Herzklappenrekonstruktionen erfordern außergewöhnlich hohe Erfahrung und eine spezielle Ausbildung des Chirurgen und werden darum nur an großen herzchirurgischen Zentren, wie dem Deutschen Herzzentrum München, durchgeführt.

Als Zugang dient entweder eine partielle mediane Sternotomie (Öffnung längs der Mitte des Brustbeines) oder eine kleine rechtslaterale Thorakotomie (minimale rechtsseitige Eröffnung). Die Herz-Lungen-Maschine wird über die Femoralgefäße (Beinarterien und –venen) angeschlossen. Mit Hilfe einer in den Thorax eingeführten Endoskopkamera kann die rechtslaterale Inzision auf eine minimale Größe verkleinert werden. Der Operateur arbeitet dann nicht mehr unter direkter, sondern indirekter, endoskopischer Sicht über den Bildschirm. Durch die Kameraoptik wird die Klappe und der subvalvuläre Bereich  (unterhalb der Klappe) vergrößert dargestellt, und Rekonstruktionsmaßnahmen können mit noch höherer Präzision durchgeführt werden. Der nächste Schritt wird hier möglicherweise die Verwendung eines computerisierten Telemanipulators sein, wie er bei den TECAB-Operationen („total endoskopic coronary artery bypass“) bereits zum Einsatz kommt. Die weltweit erste, totalendoskopische Rekonstruktion einer Mitralklappe wurde im März 2000 im Deutschen Herzzentrum München durchgeführt.


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