Medizinische Leistungen

Mit Gründung des Deutschen Herzzentrums München wurde 1974 erstmalig die Idee realisiert, Patienten jeden Alters organbezogen in einer hoch spezialisierten Klinik zu behandeln.

Diese einzigartige Idee ist seitdem häufig durch andere Kliniken in vielen Ländern übernommen worden. Die Klinik für Kinderkardiologie und angeborene Herzfehler versorgt Patienten mit angeborenen Herzfehlern vom Fetal- bis ins Erwachsenenalter und ist eines der aktivsten Zentren Europas. Leiter der Klinik ist Prof. Dr. Peter Ewert.

Jedes Jahr werden in dieser Klinik bis zu 8000 Patienten (6000 ambulant und 2000 stationär) nach dem aktuellsten Kenntnisstand untersucht und behandelt. Der Klinik stehen zwei moderne digitale, biplane Herzkatheteranlagen zur Verfügung. Jährlich werden mehr als 600 Herzkatheteruntersuchungen durchgeführt.

Davon sind 40 % therapeutische Eingriffe wie Ballondilatation bei stenotischen Klappen (Aortenklappe, Pulmonalklappe), Ballondilatation und/oder Stentimplantation bei Gefäßstenosen (Pulmonalarterien, Koarktation der Aorta), Verschluss von Vorhofseptumdefekten und Ventrikelseptumdefekten sowie Verschluss des offenen Ductus arteriosus.

"Einfache" angeborene Herzfehler wie Ventrikelseptumdefekte, Vorhofseptumdefekte, die nicht katheterinterventionell verschlossen werden können, und atrioventrikuläre Septumdefekte werden nach einer gründlichen echokardiografischen Untersuchung ohne vorhergehende diagnostische Herzkatheteruntersuchung korrigiert.

Selbst beim hypoplastischen Linksherzsyndrom kann die erste Operation (Norwood-Operation) nach alleiniger Ultraschalldiagnostik erfolgen. Einer der Schwerpunkte unseres Echolabors sind transösophageale Ultraschalluntersuchungen (prä-, intra-, und postoperativ) bei komplexen Herzfehlern und zur unmittelbaren Überprüfung des Operationsergebnisses. Jährlich werden über 9000 transthorakale und über 500 transösophageale Untersuchungen durchgeführt.

550 Patienten - davon mehr als 200 im ersten Lebensjahr - werden jährlich operiert. Die gesamte präoperative Diagnostik, einschließlich "ultrafast" Computertomografie und Kernspintomografie falls notwendig, wird in der Klinik für Kinderkardiologie und angeborene Herzfehler durchgeführt.

Unmittelbar nach der Operation werden die Patienten auf der pädiatrisch-kardiologisch geführten Kinderintensivstation behandelt (Station 3.3). Mit 16 voll ausgestatteten Betten ist diese Station die größte pädiatrisch-kardiologisch-kardiochirurgische Intensivstation in Deutschland.

Auf den beiden Normalstationen wird viel Wert auf eine menschlich warme, familiäre Pflegeatmosphäre gelegt. 21 Betten werden mit Neugeborenen, Kleinkindern und Schulkindern belegt (Station 3.1) - vier Räume sind speziell als Mutter-und-Kind-Einheiten ausgelegt.

Die elf Betten der anderen Station sind für ältere Kinder und Erwachsene vorgesehen (Station 3.2). Es sind fünf Einzelzimmer (Hotelstandard) und zwei Dreibettzimmer vorhanden. Alle Betten sind an die zentrale Überwachung (EKG, Sauerstoffsättigung, Blutdruck, Atmung) angeschlossen.

Psychosoziale Unterstützung wird durch eine spezialisierte Schwester und zwei Psychologinnen garantiert. Dabei wird sowohl den Patienten als auch deren Eltern in schwierigen Situationen Hilfe angeboten. Eine Lehrerin unterstützt die Schulkinder individuell, so dass bei einem langen Krankenhausaufenthalt die Schulbildung fortgesetzt werden kann. Auf dem Klinikgelände stehen den Eltern und Angehörigen 27 Appartments zur Verfügung.

Die Klinik für Kinderkardiologie und angeborene Herzfehler befindet sich im dritten Stock (Station 3.1, Station 3.2, Intensivstation 3.3, die zwei Katheterlabore und die zwei Echokardiografielabore). Die Klinik verfügt über insgesamt 48 Betten. Die Ambulanz sowie die Administration sind im Erdgeschoss untergebracht.

Ganzjährlich wird 24-stündig Akuthilfe angeboten - Herzkatheteruntersuchungen sind notfallmäßig jederzeit möglich. Das ärztliche Team besteht aus 39 Ärzten (25 Fachärzten und 14 Ärzten in Ausbildung).

Als Teil der Technischen Universität München ist die Klinik wissenschaftlich sehr aktiv: Grundlagenforschung auf dem Gebiet der pulmonalen Hypertension und ihrer molekularen Regulierung, akute Entzündungsreaktion nach kardiopulmonalen Bypass-Operationen und "capillary leak syndrome", klinische Forschung unter spezieller Berücksichtigung der Myokardperfusion und des Zellmetabolismus bei angeborenen Herzfehlern, hämodynamische und morphologische Korrelation bei univentrikulärem Herzen und spezifisches kardiovaskuläres Monitoring auf der Intensivstation.
 

Spezifische Aufgaben der Klinik

  • Herzkatheterinterventionen
    Ballondilatation der Aorten- und Pulmonalklappe, Angioplastie und "Stenting" stenotischer Pulmonalarterien und der deszendierenden Aorta, Schirmverschluss von Vorhof- und Ventrikelseptumdefekten, Verschluss von Kollateralen, Koronarfisteln und offenen Ductus arteriosus, und seit Dezember 2006 wird der transkutane Pulmonalklappenersatz (Melodyklappe) durchgeführt.
     
  • Echokardiografie
    Fetale Echokardiografie (mit 3-D-Rekonstruktion), transthorakales Echokardiogramm, transösophageales Echokardiogramm (mit intraoperativem TEE)
     
  • Elektrophysiologie
    "Mapping" aller primären und sekundären atrialen Dysrhythmien mit dem CARTO-System. Ablation atrialer und ventrikulärer Tachykardien bei normalem Herzen und bei Herzen mit komplexen Herzfehlern wie nach Fontan-Operationen und nach Vorhofumlagerungsoperationen bei Transposition der großen Gefäße.
    Zur Elektrophysiologie
     
  • Kinderherzchirurgie
    Jede Form rekonstruktiver und palliativer Herzchirurgie einschließlich der Norwood-Palliation, "staged univentricular heart palliation", Frühkorrektur (im ersten Lebensjahr) der Fallotschen Tetralogie, AV-Septumdefekt, rekonstruktive Chirurgie der Ebsteinschen Anomalie, Ross-Operationen (auch neonatal)
    Zur Kinderherzchirurgie
     
  • Kardiovaskuläre Magnetresonanz
    Zur kardiovaskulären Magnetresonanz
     
  • Pulmonale und kardiale ECMO
    Unsere Intensivstation bietet sowohl bei kardialem Pumpversagen als auch bei Lungenversagen eine extrakorporale Membranoxygenierung als Kreislaufunterstützung und/oder Lungenersatzverfahren an.
    Kardiale ECMO/ECLS bei Herz- / Kreislaufversagen
    Pulmonale ECMO bei Lungenversagen