Vorhofflimmern und Vorhofflattern

Die mit weitem Abstand häufigste Rhythmusstörung des Menschen ist Vorhofflimmern, wobei in der Gruppe der über 75 jährigen bis zu 10% der Bevölkerung betroffen sind. Vorhofflimmern ist eine sehr komplexe Rhythmusstörung, dennoch haben sich in den letzten 10 Jahren bei der Behandlung von Vorhofflimmern durch die Katheterablation bedeutsame Fortschritte erzielen lassen. Dabei haben Untersuchungen, die im Deutschen Herzzentrum München durchgeführt wurden, einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Erfolgsaussichten der Vorhofflimmer-Ablation geleistet.

Wir wissen mittlerweile, dass Vorhofflimmern oft durch Extraschläge und Ketten von Extraschlägen, die aus den Lungenvenen (Venen, die in den linken Vorhof einmünden) kommen, ausgelöst wird. Dabei treiben diese Extraschläge den Vorhof in das Flimmern hinein.

Bei der Vorhofflimmerablation werden diese Lungenvenen elektrisch vom linken Vorhof abisoliert. Die Extraschläge aus der Tiefe der Lungenvene erreichen den Vorhof nicht mehr und können so kein Vorhofflimmern mehr auslösen, der Auslöser für eine Vorhofflimmer-Episode fällt also weg.

Mit dieser sog. „Pulmonalvenenisolation“ kann bei ca. 75% der Patienten mit anfallsartigem („paroxysmalem“) Vorhofflimmern eine komplette Beseitigung des Vorhofflimmerns erreicht werden.

Bei anhaltendem („persistierendem“) Vorhofflimmern ist die Lage etwas schwieriger, denn das einmal begonnene Vorhofflimmern hält an, der Vorhof will weiterflimmern. Bei einer Katheterablation für solch ein anhaltendes Vorhofflimemrn reicht es nicht, nur die Lungenvenen zu isolieren, sondern es werden auch die Teile des rechten und linken Vorhofes, die das Vorhofflimmern am Laufen halten, gezielt verödet.

Zur erfolgreichen Ablation von persistierendem Vorhofflimmern sind oft mehr als 1 Ablationsprozedur nötig, wobei der Großteil der Re-Ablationen bei sog. atypischem Vorhofflattern erfolgt. Insgesamt kann nach im Mittel 1,8 Ablationsprozeduren bei 60-70% der Patienten Sinusrhythmus erzielt werden.