Spezialambulanz für Patienten mit vererbbaren Herzerkrankungen

Leitung: PD Dr. med. Wibke Hengstenberg

Zu den vererbbaren Herzerkrankungen zählen:

  • Koronare Herzerkrankung,
  • Störungen der Erregungsleitung (Brugada-Syndrom, Long-QT-Syndrom, katecholaminerge polymorphe ventrikuläre Tachykardie),
  • Herzmuskelerkrankungen (hypertrophe Kardiomyopathie, arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie, dilatative Kardiomyopathie).

Diese Erkrankungen gehen häufig mit Rhythmusstörungen einher. Sie können zu Ohnmachtsanfällen oder sogar zum plötzlichen Herztod führen. Prophylaktisch gibt es neben der medikamentösen Therapie auch die Möglichkeit zur Implantation eines Defibrillators.

Je nach Vererbungsstatus kann es dazu führen, dass Angehörige ein hohes Risiko für das Auftreten dergleichen Erkrankung haben.

„Problematisch ist dabei vor allem die Unkenntnis der Betroffenen über das vererbte, bislang nicht in Erscheinung getretene Krankheitsbild“, so die Ambulanzleiterin Frau Privatdozentin Dr. Hengstenberg.

Medizinischen Rat erhalten die Patienten in der Spezialambulanz für vererbbare Herzerkrankungen des Deutschen Herzzentrums, wo sie einerseits eine Abschätzung ihres persönlichen und familiären Risikos, als auch eine kontinuierliche Betreuung erfahren können.

Neben der Diagnosestellung und Therapieeinleitung erfolgen in Abstimmung und meistens gemeinsam mit niedergelassenen (humangenetischen) Fachärzten eine ausführliche Beratung, eine Risikoabschätzung und eine genetische Untersuchung.

„Häufig stellen sich Patienten mit einer deutlich positiven Familienanamnese für Herzinfarkte bei uns vor, das heißt, dass bereits Geschwister oder Eltern an einem Herzinfarkt erkrankt oder gar verstorben sind. Zuerst geht es zunächst darum, bei dem Patienten eine umfangreiche Risikoabschätzung – besonders in Hinsicht auf die Familie – durchzuführen. Im Weiteren sollten weitere Familienangehörige ebenfalls untersucht werden“, erläutert Frau Privatdozentin Dr. Hengstenberg.